veröffentlicht am 5. Juni 2026

Wie fühlt es sich an, wenn das eigene Leben plötzlich an einem seidenen Faden hängt? Und wie ist es, wenn man durch die Entscheidung eines fremden Menschen eine zweite Chance bekommt?

Diese Fragen standen im Zentrum eines Informationstages am 02.06.2026 am Gymnasium Brake, der vom „Netzwerk der Transplantationsbeauftragten Region NORD e.V.“ zur Aufklärung über Organspende ermöglicht wurde. Die Infotour „Campen für Organspende“ tourt regelmäßig durch Norddeutschland, um offen und wertneutral über Organspende aufzuklären.

Die Schüler:innen unseres 12. Jahrgangs bekamen dabei nicht nur theoretisches Wissen vermittelt, sondern begegneten der gelebten Realität.

Es wird still in der Agora, als Gerhard Hasseler vor die Schüler:innen tritt. Er war früher sportlich aktiv, spielte leidenschaftlich Fußball und engagierte sich ehrenamtlich, bis eine schwere Krebserkrankung der Leber sein Leben radikal veränderte. Er schilderte eindringlich die Tage des Wartens, in denen es um Leben und Tod ging.

Gleich zweimal rettete ihm eine Lebertransplantation das Leben. Er nahm die Zuhörenden mit in den Moment, als er nach der entscheidenden Operation im Krankenhaus aufwachte: „Auf einmal hast du keine Schmerzen mehr. Das ist unglaublich“, beschrieb er das überwältigende Glücksgefühl. 16 Jahre lebt Gerhard Hasseler nun mit seiner „neuen Leber“.

Heute engagiert er sich ehrenamtlich im Verein Lebertransplantierte Deutschland e.V., um Menschen Mut zu machen und die Gesellschaft für das Thema zu sensibilisieren.

Sein abschließender Satz bleibt in den Köpfen: „Mich würde es heute nicht mehr geben ohne die Bereitschaft, Organe zu spenden.“

Ein großes Dankeschön gilt dem Netzwerk der Transplantationsbeauftragten Region NORD e.V. für die Informationen und ganz besonders Gerhard Hasseler für seine Offenheit und diesen unvergesslichen, emotionalen Einblick

Artikelnachweis: Bf – Bildnachweis: Markus Gercke („Netzwerk der Transplantationsbeauftragten Region NORD e.V.“)