Vom Barock bis zur Postmoderne: In diesem Schulhalbjahr setzte sich der Deutschleistungskurs der Q1 von Frau Thole ganz intensiv mit der Lyrik verschiedener Epochen auseinander. So wurden zahlreiche Gedichte analysiert und herausgearbeitet, welche Motive für die unterschiedlichen literarischen Epochen üblich sind.

Am Ende dieser Themeneinheit bekamen wir Schüler*innen dann die Möglichkeit, unsere kreative Ader auszuleben und selber aktiv zu werden. Zu dem Thema „Was ist der Mensch? – Lebensfragen und Sinnentwürfe“ erstellten wir Poetry-Slams und Verfilmungen verschiedener Gedichte.

Einige dieser Ergebnisse werden im Folgenden präsentiert.

Artikelnachweis: Daria (Q1)

Von Daria:

Selbstzweifel  inspiriert u.a. von Sarah Connors “Wie schön du bist”

Wenn ich singen könnte, dann würde ich es machen.
Da ich es aber nicht kann, würdet ihr anfangen zu lachen.
Und aus diesem Grunde habe ich beschlossen,
nicht zu singen. Dennoch sind die Zeilen mit in meinem Text eingeflossen.

Und bevor ich jetzt anfange meinen Text vorzutragen,
wollte ich vorher noch mal sagen:
Jeder ist sicherlich schonmal mit diesem Thema in Berührung gekommen,
ich, und ich wette mit dir, sicherlich auch du.
Drum hör doch jetzt nochmal genau zu
und mache aus dem Thema nicht mehr länger ein Tabu.

Mein Thema lautet:
Selbstzweifel

Selbstzweifel
Substantiv, männlich
Der Selbstzweifel
Selbstzweifel sind Zweifel an einem selbst.

Doch warum zweifelst du an dir?
Und bist nicht einfach glücklich und zufrieden hier?
Du, du bist doch nur einmal auf dieser Welt
drum sei doch wie’s dir gefällt.

Deine Mutter sagte schon damals zu dir:

Lass dir nichts sagen. Nein lass dir nichts sagen
Denn weißt du denn gar nicht, wie schön du bist?
Lass dich nicht unterkriegen, nein lass dich einschüchtern
denn egal was die anderen sagen, du bist gut so wie du bist.

Doch egal wie oft du diesen Rat auch hörst,
wirklich annehmen kannst du ihn trotzdem nicht.
Denn auch wenn es dich innerlich wirklich stört,
lässt dich dein Selbstbewusstsein leider viel zu häufig einfach im Stich.

Willst kreativ sein, genau das machen was dich interessiert.
Möchtest schreiben und hören, dass dein Wort eine andere Person inspiriert.
Willst aufrichtig, ehrlich und frei mit deinen Worten sein,
stattdessen zerbrichst du dir lieber elendig dein Köpfelein.

Bei den andren bist du viel zu oft mit deinen Gedanken.
Fragst dich, ob sie dich und deine Worte mögen oder nicht.
Dabei werden sie es dir sowieso nicht danken,
denn in Wirklichkeit interessieren sie sich eh nicht für dich.

Immer wieder geht dir durch den Kopf:

Lass dir nichts sagen. Nein lass dir nichts sagen
Denn weißt du denn gar nicht, wie schön du bist?
Lass dich nicht unterkriegen, nein lass dich einschüchtern
denn egal was die anderen sagen, du bist gut so wie du bist.

Dennoch sitzt viel zu oft gedankenschwer in deinem Zimmer
und fragst dich „Wer bin ich überhaupt?“
und letzten Endes denkst du immer
ich bin doch ein Mensch der sowieso zu gar nichts taugt.

Bist selten laut und häufig leise
zurückhaltend und gleichzeitig wild.
Irgendwie naiv aber auch weise
Magst dein Essen scharf, aber auch mild.

Passen all diese Gegensätze zusammen, fragst du dich
eine wirkliche Antwort findest du darauf aber nicht.
Aus diesem Grunde fangen deine Selbstzweifel an zu wachsen
und dein Traum vom Normalsein fängt wie eine Kaugummiblase langsam an zu platzen.

Der Geist in deinem Kopf ist ständig durcheinander
Gedanken spielen verrückt
Bist sowieso anders als die anderen
Denkst anders, fühlst anders und bist anders.

Keiner kann dich scheinbar verstehn
und meinst deshalb du passt nicht ins System.
Typischer Außenseiter eben.
Warum bist du überhaupt am Leben?

Denkst du und ziehst dich deshalb immer weiter zurück.

Doch lass dir nichts sagen. Nein lass dir nichts sagen
Denn weißt du denn gar nicht, wie schön du bist?
Lass dich nicht einschüchtern, nein mach dich doch nicht selbst runter.
Denn egal was du selber über dich sagst, du bist gut so wie du bist.

Stehst ständig vor deinem Spiegel
und beobachtest dich ganz genau.
Siehst Macken, Dellen und trägst auch scheinbar nicht das Schönheitssiegel.
Möchtest aussehen, wie die perfekt aussehenden Instagram-Frauen.

Warum ist das Leben der anderen so perfekt?
Hier eine Party, hier eine Feier und da ein Traumurlaub.
Denkst dein Leben ist im Gegensatz dazu defekt.
Weißt du, irgendwann haben dir deine Selbstzweifel wirklich alles geraubt.

Mit der Zeit wird dir aber eines klar,
nämlich dass dein Selbstzweifel das eigentliches Problem in deinem Leben war.
Würdest du ganz selbstbewusst zu dir stehen,
dann könntest du so viele schöne Wege in deinem Leben gehen.

Und am Ende deines Lebens wird dir dann endlich eines bewusst,
deine zerstörenden Gedanken hätten gar nicht gemusst.
Wegen deiner Selbstzweifel hast du eines jahrelang nicht gesehn,
nämlich wie schön es ist im Leben zu stehn.

Von Jonas:

Wer bin ich?

Wir alle haben uns doch mal Gedanken über unseren Anfang gemacht. Ich möcht’ euch heut’ meine mitteilen.
Denn ich bin eines Tages wie erwacht
Und habe mir gedacht:

Ich sollte nicht länger verweilen, Sondern lieber die Initiative ergreifen Und es wagen
Mich selbst zu fragen:
Was war mein Anfang?

Ich kann es zwar schlecht wieder sagen, Denn es war schon spät am Abend, Doch zu jenem Zeitpunkt, denke ich,
Ist ein Storch am Himmel erklang’

Und hat mich getragen
Als er mit mir ankam
Oder ich wollt mir am Anfang
Ein Weg aus den Wolken bahn’
Als die Engel im Himmel sang ‘n Vielleicht bin ich dann ja herabgefahr ’n?

Doch ich weiß nicht wo ich vorher war Als dies alles geschah
Denn ich wusste nicht wer ich bin, Wer die Menschen sind

Und was das Leben bringt
Vielleicht hat das alles einen höheren Sinn, Doch bis dahin
Dachte ich noch nicht,

Denn das ist erst der Beginn
Aller Erfahrungen,
Dass man sich denkt, wer ich bin Und komme ich zum Himmelslicht? Oder sterbe ich als Bösewicht?

Dies ist von jedem die Pflicht,
Zu fragen, wer man ist.
Sonst hat man kein eigenes Gesicht Und die Worte die man spricht Haben kein Gewicht.

Deshalb ist es wichtig!
Fragt euch: wer bin ich?
Ehe diese Frage im Geiste verstummt Und danach euer Ende schon kommt.

Eins möcht’ ich euch noch sagen:
Das Ende wird nicht auf den Anfang warten, Merkt euch deshalb was ich mein’,
Denn das Leben wird nicht ewig sein.