Vom 2. bis zum 4. November 2026 beschäftigte sich der Geschichtskurs der Q2 von Herrn Schwoon in Jever mit regionaler Geschichte und Georg von der Vrings Antikriegsroman „Soldat Suhren“. Die dreitägige Exkursion verband Besuche historischer Lernorte mit der Arbeit an einem gemeinsamen Geschichtspodcast. Das Projekt gestaltete die Georg von der Vring-Gesellschaft gemeinsam mit dem Kurs.
Den historischen Hintergrund des Romans bildet der Erste Weltkrieg (1914–1918), ein industrialisierter Massenkrieg, der Millionen Soldaten und Zivilisten das Leben kostete. Artilleriebeschuss, verlustreiche Kämpfe und die Entbehrungen des Soldatenalltags prägten die Erfahrungen vieler Menschen.
Zum Auftakt bot eine Stadtführung Gelegenheit, Jever näher kennenzulernen und historische Zusammenhänge vor Ort nachzuvollziehen. Anschließend besuchte der Kurs das Gröschler-Haus und erhielt Einblicke in die jüdische Geschichte Jevers und der Region. Zurück in der Jugendherberge folgte eine Einführung in die Projekt- und Podcastarbeit.
Am zweiten Tag stand die Arbeit am gemeinsamen Geschichtspodcast im Mittelpunkt. In Gruppen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit ausgewählten Romanstellen, recherchierten historische Hintergründe und untersuchten zeitgenössische Rezensionen. Dabei ging es sowohl um die Darstellung von Ausbildung, Soldatenalltag und Kriegserfahrungen als auch um die unterschiedlichen Reaktionen auf den Roman. Die Eindrücke der Exkursion und die erarbeiteten Ergebnisse flossen in die Gestaltung der Podcastbeiträge ein. Im Zentrum der Arbeit stand die Leitfrage: „Ein Mensch soll Soldat werden: Wie schildert Soldat Suhren den Weg vom Kasernenhof an die Front – und warum wurde der Roman von Zeitgenossen so unterschiedlich beurteilt?“ So verbindet das Projekt literarische Textarbeit mit historischer Quel- lenanalyse und der Aufgabe, die gewonnenen Erkenntnisse für ein Hörpublikum verständlich aufzubereiten.
Den Abschluss der Exkursion bildete am dritten Tag ein Besuch des Mariengymnasiums Jever. Hartmut Peters machte bei einer anschaulichen Führung die Geschichte der Schule und Georg von der Vrings Leben und Wirken in Jever lebendig. Besonders dessen Tätigkeit als Zeichenlehrer am Mariengymnasium eröffnete einen direkten Zugang zum Autor. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der historischen Bibliothek: Dort erhielt der Kurs Einblicke in zahlreiche Zeitzeugnisse und historische Bücher, die teilweise aus dem 16. Jahrhundert stammen.
Ein herzlicher Dank gilt Hartmut Peters für seine anschaulichen Führungen und die spannenden Einblicke. Ebenso danken wir der Georg von der Vring-Gesellschaft für die Zusammenarbeit und die gemeinsame Gestaltung dieses Projekts mit dem Geschichtskurs von Herrn Schwoon.
Artikel- und Bildnachweis: Swo




