Hallo,

der ein oder andere kennt mich ja.  Für die, die mich nicht kennen: Hallo ich bin Athina und werde, wenn ich nach den Weihnachtsferien wieder in Brake bin, in die 11a gehen.

Ich habe jetzt einen Term an der wunderschönen Westküste Irlands verbracht. Genauer gesagt im County Kerry und habe dort in Milltown bei meiner Gastfamilie gewohnt und bin in Killorglin zur Schule gegangen. Zu meiner Gastfamilie gehören natürlich meine Gasteltern(49 & 41) und meine kleine Gastschwester (10). Zusätzlich hat meine Gastfamilie noch einen spanischen Austauschschüler(15) aufgenommen und zu uns fünf gehören noch zwei süße Hunde Cookie und Toby.

Ich habe in Killorglin die Intermediate School Killorglin (ISK) besucht und bin hier ins 5th Year gegangen. Meine Fächer waren English, Maths OL, Chemistry, Biologie, Home Economics, Geography, PRE, PE & RE. Die Schulen starten hier so um 9 Uhr und enden um 4 Uhr. Mittags hatten wir dadurch dass wir Senior Cycle waren einen 55 Minuten Lunch Break und am Vormittag noch 10 Minuten. Eine Unterrichtsstunde ist hier so ca. 40 Minuten lang, manchmal hat man aber eine doppelte Schulstunde und hat dann 90 Minuten und wenn man Glück hat, lässt der Lehrer einen eine 5 Minütige Pause zum Durchatmen. In Irland trägt man zur Schule eine Uniform, die je nach Schule sich ändern kann. Meine bestand aus einem Rock, einer weißen Bluse, einer Krawatte, einer schwarzen Strumpfhose und einem grauem Pullover mit Schullogo drauf. Bei PE hatten wir dann aber eine weißes T-Shirt mit Logo an, einen roten Hoodie mit Logo und man sollte eine schwarze Hose anhaben, was für eine Hose war einem selber überlassen. Das ist übrigens nur das, was die Mädchen anhatten. Schmuck, Make-up, gefärbte Haare und sichtbare Tattoos waren streng verboten. Obwohl mit Schmuck haben sie es nicht so übertrieben ernst genommen, dafür aber mit den anderen drei. Für jeden zukünftigen Austauschschüler einen Tipp schaut einfach darauf was die anderen Personen alle um euch herum tragen, das macht es umso einiges einfacher.

Auch Corona hat hier natürlich eine große Rolle gespielt. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass die Iren alles etwas strenger gesehen haben als ich es vorher in Deutschland miterlebt hatte. Nachdem ich nämlich ich hier zwei Wochen in Quarantäne saß, durfte ich dann zum ersten Mal in die Schule. Hier musste ich von Beginn an eine Maske im Unterricht und generell im Schulgebäude die ganze Zeit anhaben. Was manchmal zwar anstrengend war, erst recht, als es noch wärmer war, aber was soll man dagegen machen. Wir mussten uns beim Eingang die Hände desinfizieren, wo auch immer ein Lehrer stand, der dies überprüft hat. Dann ging es sofort zu unseren Klassenräumen, wo jeder am Anfang einen Platz zugeordnet bekommen hat, wo eine Nummer drauf steht. Jeder Tisch stand auf einer Markierung, die vorher von den Lehren ausgemessen wurde, so dass sie einen bestimmten Mindestabstand hat. Auf jeden Fall mussten wir dann unseren Tisch mit Desinfektionstüchern abwischen und die dann auch sofort in den Mülleimer schmeißen und dann unsere Hände nochmal desinfizieren. Diese Schritte mussten wir in jeder neuen Klasse wiederholen, was über den Tag schon ziemlich oft passieren kann. Bevor wir unser Lunch essen sollten, sollten wir unsere Hände waschen oder wenigstens desinfizieren. Auch wenn man die Klasse verlässt, sollte die Hand zum Desinfektionsspender gehen.  Irgendwann wurde dies dann zur Routine und hat es automatisch gemacht und ohne viel nachzudenken.

Der ein oder andere hatte es ja vielleicht mitbekommen. Irland war das erste EU-Land, das wieder in einen Lockdown ging. Und so war es dann Ende Oktober, als wir dann in einen fünf-wöchigen Lockdown gingen. Level 5. Das hieß das alle Geschäfte schließen, außer Apotheken und Supermarkte, jegliche Bars,Pubs und Restaurants. Fast alle Sportarten wurden gestrichen und man durfte sich von seinem Haus nicht viel weiter außer 5 km entfernen, außer natürlich man musste zur Arbeit oder zur Schule. Ja, Schulen blieben geöffnet, das Government wollte die Schulen als aller letztes schließen und mit denen klappte auch alles. Sehr wenige Corona Fälle und wenn nur in Primary Schools und auch nur weil sie dort natürlich keine Masken tragen müssen. Man kann einem fünfjährigen Kind ja schlecht eine Maske aufsetzten und ihnen sagen, dass sie die 5 Stunden durchgängig aufsetzten muss. So wurde dann am 1. Dezember der Lockdown Stück für Stück wieder aufgehoben. Wir sind dann von Level 5 auf Level 3+ gesprungen. Shops wurden wieder geöffnet aber nur mit einer bestimmten Anzahl von Leuten pro Quadratmeter. Masken auf den Straßen wenn viel los ist und sein County durfte man noch nicht verlassen. Seit dem 11. Dezember durften wir dann endlich unser County wieder verlassen und Pubs und Restaurants durften unter strengen Maßnahmen wieder öffnen. Wir sind im Moment in Level 2. Unsere Corona Fälle waren Anfang Dezember sehr niedrig, aber auch dies hat sich wieder geändert. Die Zahlen steigen gegen Ende Dezember wieder, aber zum Glück haben alle Iren jetzt Christmas Break. Und feiern jetzt alle ein ungewöhnliches aber trotzdem fröhliches Weihnachtsfest. Übrigens hier kriegt man erst am Morgen des 25. Dezember seine Geschenke von Santa Claus.

Jeder, der mal überlegt hat, eine Zeit im Ausland zu verbringen und sich das auch zutraut, möchte ich sagen: Ich persönlich kann es euch nur empfehlen. Für mich ging es übrigens mit Camps International nach Irland, eine sehr empfehlenswerte Organisation, zwar etwas kleiner, aber sehr freundlich, organisiert und sehr persönlich. Meine Partnerorganisation ist hier Munster Eduction Travel (MET).

“An exchange isn’t a year in your life, it’s a life in a year. Make the world your own.”

Für mich geht es jetzt schon in 3 Tagen nach Cork an den Flughafen wo ich mich dann trauriger Weise von diese wunderschönem Abenteuer verabschieden muss.

 

Vielen Dank Athina für diesen Einblick in deine Auslandserfahrungen in Irland!

Bild- und Artikelnachweis: Athina