Es ist Montagmorgen um kurz nach 10 Uhr. Auf dem Schulhof des Gymnasiums Brake befinden sich eine Handvoll Schüler*innen, die betreuenden Lehrkräfte Ulf Drüding, Hannes Böhmer und Arne Winterboer sowie ein paar Besucher. Seit zwei Stunden wird ein Wetterballon mit Helium gefüllt – insgesamt 2450 L – und eine Styroporbox mit allerlei Technik befüllt. Dann wird es ruhig, ein Countdown und die zweite Stratosphärensonde des Gymnasiums Brake erhebt sich fast senkrecht in den Himmel. Das Wetter an diesem Tag ist ideal, wenig Wind und keine Wolke ist zu sehen. Zuvor musste der Start zunächst wegen schlechter Wetterbedingungen und nicht zuletzt aufgrund der Corona-bedingten Schließungen der Schule mehrfach verschoben werden.

Der Ballon macht sich auf den zweistündigen Aufstieg in die Stratosphäre. Auf dem Weg dorthin sammelt die an ihm hängende Sonde atmosphärische Daten wie Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und Temperatur, sowie GPS-Daten zum aktuellen Ort und zur Höhe. Auch die Bedingungen in der Sonde werden registriert.

Die Messsonde ist dabei eine Eigenentwicklung von Simone Haupt, Thorge Rieks und Sören Stellmacher aus der Robotik-AG von Herrn Drüding. Das Jugend-Forscht-Projekt besteht aus verschiedenen Messsensoren, die sich an einer selbst entwickelten Platine befinden. Die drei Entwickler programmierten dabei die Sonde so, dass sämtliche Daten erfasst und gespeichert werden. Der Oldenburger Verein „Kreativität trifft Technik“ (KTT), der bereits beim ersten Start dabei war, stand auch hier mit Rat und Tat zur Seite. Das Ergebnis lässt sich sehen. Das Projekt erreichte einen tollen zweiten Platz beim Wettbewerb „Jugend forscht“ in Diepholz.

Die Stratosphären-AG um Herrn Winterboer und Herrn Böhmer war für alles Weitere zuständig: Bau der Sonde mit diesmal vier Kameras, einem Außenexperiment zum freien Fall, Genehmigungen und Versicherungen usw. Auch in diesem Jahr steuerte das KTT einen Sender für die Liveübertragung der aktuellen Position des Ballons bei und begleitete die Suche nach dem Ballon mit einem Empfangsmodul.

Wenige Minuten nach dem Start war der Ballon nur noch als kleiner weißer Punkt am Himmel zu erkennen, der richtige Zeitpunkt für die Anwesenden die Verfolgung aufzunehmen.

Der Ballon stieg in den nächsten zwei Stunden bis in eine Höhe von 37678 Metern auf, bevor er dort spektakulär platzte. Damit wurde die Höhe des ersten Stratosphärenballons übertroffen. Der Weg an einem Fallschirm zurück auf die Erde nahm eine weitere Stunde in Anspruch. In etwa 100 km Entfernung zum Startort fand dann die Verfolgergruppe die Sonde kurz vor Leer wieder.

Eine erste Sichtung vor Ort zeigte, dass die Sonde Daten aufgezeichnet hatte und auch die Kameras Bilder unseres Planeten aus über 37 km Höhe aufzeichnen konnten. Die Auswertung wird nun noch einig Zeit in Anspruch nehmen. Eine Präsentation der Ergebnisse wird dann folgen.

Bild- und Artikelnachweis: Herr Böhmer