veröffentlicht am 13. April 2026

Anna aus der 9b hatte die Möglichkeit, für zwei Wochen als Gastschülerin den Unterricht an einer englischen Schule zu begleiten. Sie wurde an der Attleborough Academy in Norfolk (etwa 200 km nordöstlich von London) herzlich empfangen. Wir haben sie gebeten für unsere Homepage von ihren Erfahrungen zu berichten, auch über die Themen, die für unser Erasmusprojekt von Bedeutung sind. Hier ist ihr Bericht (vielen Dank, Anna!):

Ein Bericht von Anna:

Während meines Austauschs wurde ich an der Schule sehr freundlich empfangen. Ich wurde vom Schulleiter und einem Lehrer namens Mr. Griffith begrüßt und habe mich dadurch willkommen gefühlt. Alle waren nett zu mir und ich habe auch schnell neue Freunde gefunden. (Poppy, Ellie, Amber, Lola und Grace). Insgesamt habe ich mich dort wohl gefühlt.

Der Schulalltag unterscheidet sich von Deutschland. Die Schule beginnt erst um 9:00 Uhr und endet um 15:15 Uhr. Die Schüler tragen eine Schuluniform, was ich persönlich gut finde, weil man sich morgens keine Gedanken darüber machen muss, was man anzieht und alle gleich aussehen. Vor dem Unterricht gehen alle Schüler zuerst in ihre Stammklasse. Dort werden für 15 Minuten organisatorische Dinge besprochen. Ab der 11. Klasse ist das aber anders. Dann geht man nicht mehr in eine feste Stammklasse, sondern zu einem Tutor. Zu diesem Tutor muss man, wenn man Hilfe braucht oder Fragen hat. Danach haben alle Schüler normal Unterricht nach ihrem Stundenplan. Das System ist dort etwas strenger als in Deutschland. Wenn man sich im Unterricht nicht richtig verhält, bekommt man eine Verwarnung. Wenn es häufiger vorkommt, bekommt man eine „gelbe Karte“. In diesem Fall wird man von einem Lehrer aus dem Unterricht abgeholt und muss in einen extra Raum gehen. Dort soll man über sein Verhalten nachdenken. Die Lehrer sind insgesamt sehr konsequent, weshalb so etwas auch relativ schnell passiert. (In den zwei Wochen, in denen ich dort war, habe das schon mindestens 7 Mal mitbekommen).

Das Alltagsleben ist auch anders als in Deutschland. Man ist oft erst spät zu Hause; ich war meist erst gegen 16:00 oder 16:15 Uhr zuhause. Dadurch bleibt unter der Woche weniger Zeit für Hobbys oder Freunde. Viele Schüler nehmen stattdessen nach dem Unterricht noch an Schulclubs teil. Am Wochenende treffen sich dann die meisten mit Freunden oder haben Hobbys.

Mit der Sprache kam ich gut klar. Ich habe die ganze Zeit Englisch gesprochen. Wenn ich etwas nicht verstanden habe, habe ich einfach nochmal nachgefragt oder Dinge umschrieben. So konnte ich mich gut verständigen.

Nachhaltigkeit spielt an der Schule aktuell keine Rolle. Es gab früher wohl eine Fairtrade-AG, aber die existiert nicht mehr. Auch die Lehrer meinten, dass das Thema momentan nicht besonders wichtig ist. Digitalisierung ist dagegen schon ein Thema. Die Lehrer arbeiten mit Computern und Beamern, aber die Schüler haben keine eigenen iPads. Handys sind in der Schule streng verboten. Wenn man erwischt wird, wird das Handy eingezogen und die Eltern müssen es später abholen. Es gibt aber digitale Apps wie „Go4Schools“ und „Outlook“, über die man Informationen bekommt. (Wie bei uns IServ). Besonders interessant fand ich, dass Eltern nach jeder Stunde Rückmeldungen zum Verhalten ihrer Kinder bekommen. Das können positive, aber auch negative Rückmeldungen sein.

Auch die Berufsorientierung ist ein Thema. Es gibt zum Beispiel eine Messe mit verschiedenen Berufen. Außerdem machen die Schüler Praktika: in der 10. Klasse eine Woche und in der 12. Klasse zwei Wochen.

Was mir besonders gut gefallen hat, war das sogenannte „Haussystem“, ähnlich wie bei Harry Potter. Es gibt vier verschiedene Häuser, in denen die Schüler eingeteilt sind. Diese sammeln Punkte durch Wettbewerbe und Aktionen, zum Beispiel bei Spielen oder Wettbewerbe. Am Ende des Jahres gewinnt das Haus mit den meisten Punkten. Das sorgt für viel Motivation und macht den Schulalltag auch lustiger, laut Poppy.

Insgesamt hat mir mein Aufenthalt an der Attleborough Academy sehr gut gefallen!

Artikel- und Bildnachweis: Anna